Quelle: David Storl
In der lippischen Leichtathletik-Szene passiert gerade etwas ganz Außergewöhnliches:
David Storl ist zweifacher Weltmeister im Kugelstoßen und hat eine Männer-Bestleistung von 22,20m. Wenn nun jemand aus dem eher kleinen Verein LG Lippe-Süd behaupten würde, man würde mit eben dieser Legende trainieren, dann müsste man ihn eher für einen „Spinner“ halten.
Doch es stimmt wirklich: Getreu der Devise, stets das Beste für seine Athleten zu bewirken, hatte Heimtrainer Klaus Brand für seinen Schützling Ben Krome, Jg. 2011, Bestleistung 13,26m in M14, nicht nur ein Athletik-Programm im Wintertraining im väterlichen corepower-Studio in Detmold abgesprochen, sondern ihn außerdem mit Cord Fiebig zusammen gebracht, der in seiner besten Zeit die Kugel 17,27m weit hatte stoßen können. Der Bewegungsauftakt wurde verändert, und im Training kamen auf einmal Stöße um 14m heraus.
Davon ermutigt, schickte Vater und Sportwissenschaftler Meinolf Krome Videos von Bens Bewegungsabläufen an David Storl nach Leipzig - als den Dritten der Ewigen Bestenliste Deutschlands - mit der Anfrage, ob er nicht etwas für Ben tun könne?

Quelle: David Storl
Dieser war von Bens Talent sehr angetan, machte eine differenzierte Bewegungsanlalyse, die nun als Grundlage für weiteres Training dienen sollte, und vier Fachleute kamen ins Gespräch. Als erstes Ziel wurden 14m als Qualifikation für die deutschen Jugendmeisterschaften vereinbart.
Und dann ging es in die Praxis: So traf man sich beispielsweise auf der Kugelstoß-Anlage im Detmolder Stadtteil Hiddesen. David Storl wurde per Video über Handy zugeschaltet, und unter den wachsamen Augen von Cord Fiebig, Klaus Brand und Meinolf Krome führte Ben Krome die Bewegungaufgaben aus Leipzig aus. Erste Schwerpunkte waren Bewegungs-Auftakt und rechtes Knie. Mit den Ergebnissen waren alle sehr zufrieden. Die Qualifikation rückte näher.

Ben Krome unter den Augen von Cord Fiebig (li), David Storl (ganz klein auf Handy) und Klaus Brand beim Üben.
Dies gelang bereits beim ersten Werfertag der Region in Salzkotten bei Paderborn mit dem ersten Stoß. Und es sollte noch besser kommen. Mit 15,23m konnte sich Ben sogar an Platz 1 der deutschen Bestenliste M15 setzen. Allen ist bewusst, dass dies zwar nur eine Momentaufnahme darstellt, doch gibt es Mut für weitere Zielsetzungen.
Hieran sieht man, dass außergewöhnliche Maßnahmen und und ein „Kompetenz-Netzwerk“ dazu führen kann, auch außergewöhnliche Leistungen hervor zu bringen, wenn dann auch noch alle an einem Strang ziehen. Wann immer es möglich erscheint, sollte der eigene Tellerrand nicht die letzte Grenze sein. Man darf sehr gespannt sein, wie es hier weiter geht und wohin dieser Weg für Ben Krome noch gehen kann…..
[Klaus Brand]